Das Deutsche Ärzteblatt klärt uns über die Ziele des „Gesundheits-Marktes“ auf

Dieser Artikel aus dem Deutschen Ärzteblatt mit dem Titel „Gesundheitssystem in der Fortschrittsfalle“ versucht sich in der Beschreibung der Medizinbranche als Opfer des sozialen Wandels. Der  gesamte Text ist so sehr angefüllt mit jeglicher Logik entbehrenden Mülls, dass ich Ihnen den vorhergehenden Text erspare, in dem sich die Branche philosophisch ausschweifend und malerisch pathetisch als Opfer der „Umstände“ (wer schafft diese?) in allen Einzelheiten, jedoch ziemlich wirr und verstörende Zusammenhänge herstellend, auf tragische Weise selbst aufbahrt.

Im Wesentlichen sehe ich das so, dass eine ganze Berufsgruppe, samt Ausbilder und Lehrinstitute, die sich am laufenden Band auf ihre evidenzbasierte Arbeitsweise berufen, in zwei grundlegenden Punkten total unfähig ist:

1.) Sie ist nicht in der Lage ist den Begriff Gesundheit zu definieren, schweift ständig ins malerisch, philosphische ab. Ich erinnere an die Berufung auf evidenzbasierte Arbeit!

2.) Sie ist nicht in der Lage mit Gesundheit Geld zu verdienen – das geht aus den ersten 10 Punkten dieses Artikels hervor, die ich Ihnen erspare. Ab Punkt 11 wird es so absurd, dass ich Ihnen das nicht vorenthalten möchten.

Jetzt kommt der Autor mit einer ebenso wahnhaften und total kranken, unmenschlichen Lösung: Ab hier zitiere ich den Artikel:

11.) Der Wettbewerb zwingt zur Erschließung neuer Märkte. Das Ziel muss die Umwandlung aller Gesunden in Kranke sein, also in Menschen, die sich möglichst lebenslang sowohl chemisch-physikalisch als auch psychisch für von Experten therapeutisch, rehabilitativ und präventiv manipulierungsbedürftig halten, um „gesund leben“ zu können. Das gelingt im Bereich der körperlichen Erkrankungen schon recht gut, im Bereich der psychischen Störungen aber noch besser, zumal es keinen Mangel an Theorien gibt, nach denen fast alle Menschen nicht gesund sind. Fragwürdig ist die analoge Übertragung des Krankheitsbegriffs vom Körperlichen auf das Psychische.

Einige Beispiele:

a) Das Sinnesorgan Angst, zuständig für die Signalisierung noch unklarer Bedrohungen, ist zwar unangenehm, jedoch vital notwendig und daher kerngesund; nur am falschen Umgang mit Angst (zum Beispiel Abwehr, Verdrängung) kann man erkranken. In den 70er- und 80er-Jahren jedoch hat man die Angst als Marktnische erkannt und etliche neue, selbstständige Krankheitseinheiten konstruiert – mit vielen wunderbaren Heilungsmöglichkeiten für die dafür dankbaren Patienten.

b) Seit den 90er-Jahren ist die Depression weltweit als unzureichend vermarktet erkannt. Eine Art Rasterfahndung nach unentdeckten Depressiven, wovon immer einige Menschen real profitieren, die meisten jedoch durch zusätzliche Etikettierung in ihrer Vitalität Schaden nehmen, hat zum Beispiel in den USA dazu geführt, dass sich von 1987 bis 1997 die Zahl der wegen Depression Behandelten von 1,7 auf 6,3 Millionen fast vervierfacht hat; entscheidend dafür war die suggestive Aufklärungskampagne und aggressive Werbung für Antidepressiva.

c) Inzwischen hat die Psychotrauma-Therapie den imperialistischen Anspruch, möglichst alle Krisen durch Traumatisierung (früheres Gewalterlebnis, Missbrauch, Misshandlung) zu erklären und zu therapieren. Auch hiervon können wenige profitieren, während die Allgemeinheit durch potenziell lebenslängliche punktuelle Aufmerksamkeitsfixierung geschädigt wird; selbstvergessenes Weggegebensein ist jetzt sehr erschwert. Bei jeder Katastrophe sind heute Opfer wie Helfer den öffentlichkeitswirksamen oder verstehenswütigen Psychoattacken fast zwangsweise, weil wehrlos ausgesetzt. Nach dem Erfurter Amoklauf blieb einer Schülerin die Äußerung vorbehalten, das Schrecklichste seien eigentlich die Psychologen gewesen, die das Alleinsein mit sich selbst und/oder mit Freunden/Angehörigen mit den raffiniertesten Tricks zu verhindern versucht hätten. Dies öffentlich zu sagen bedeutet heute Mut, Zivilcourage.

d) Ein Selbstversuch, den jeder wiederholen kann: Ich habe zwei Jahre lang aus zwei überregionalen Zeitungen alle Berichte über Forschungen zur Häufigkeit psychischer Störungen (zum Beispiel Angst, Depression, Essstörung, Süchte, Schlaflosigkeit, Traumata) gesammelt: Die Addition der Zahlen ergab, dass jeder Bundesbürger mehrfach behandlungsbedürftig ist. Die meist von bekannten Professoren stammenden Berichte versuchten in der Regel, dem Leser zunächst ein Erschrecken über den hohen Prozentsatz der jeweiligen Einzelstörungen zu suggerieren, um ihn dann wieder zu entlasten, weil es heute dagegen die zauberhaftesten Heilmethoden gäbe, fast immer in der Kombination von Psychopharmaka und Psychotherapie; denn hier verspricht die Kooperation der Konkurrenten den größten Gewinn.

 

Nun kombinieren Sie das bitte mit dem Artikel über das NEUE Gesetz über medizinische Zwangsmaßnahmen bei Diagnose von Psychischen Störungen. Wollen Sie mir ernsthaft erzählen, dass das alles „Zufälle“ sind und hier Niemand erklären oder steuren kann, was hier passiert?

Der Artikel geht noch weiter … denn auch die Prävention sei einer der wichtigsten und überhaupt der Zukunftsträchtigste Markt – Gesunde bereits behandeln BEVOR sie krank werden!!! Ich denke, dazu mache ich einen eigenen Artikel. Für heute habe ich Ihr Gehirn genug strapaiziert.

 

„Es ist ja nur meine Meinung, aber ich könnte ja Recht haben.“ – Dr. Leonard Coldwell

Mit freundlicher Genehmigung der IBMS® Universität by Dr. Leonard Coldwell

 

Mittlerweile erreichte uns ein Kommentar … es sei es ja „nur Satire“. „Satire ist, wenn man die Realität erkennt aber nicht glauben kann.“ Dr. Leonard Coldwell … und außerdem: wo ist denn der der nicht-satirische Gegenentwurf im Alltag? Ist das was wir hier zu lesen bekommen nicht realistisch? Muss Satire als solche gekennzeichnet sein? Wir finden, wenn es um so wichtige Themen geht sollte man sich das schon überlegen, zumindest einen Hinweis darauf zu geben, dass jetzt ein Satirischer Text kommt.